Nichts hallt nach
1. Februar 2010
Centraltheater: Medea
Manche Kritiken dauern ein bisschen, manche Meinungen haben einen langen Weg.
Sophie Rois als Medea, oder Medea als Sophie Rois - einige Wochen danach denke ich mir: So hätte man das nicht machen dürfen. Denn es ist nichts hängen geblieben. Außer dieser krächzenden Stimme, dieser unglaublichen Frau. Der man stundenlang zusehen kann und dann nichts weiter braucht.
Problem: Kann man Medea so spielen? So, dass man nichts mehr braucht als die Frau, die Medea gibt? Muss da nicht noch viel mehr rein, die ganze Tragik, der politische Akt, die Erschütterung einer ganzen Gesellschaft, die in dieser Tragödie Ausdruck findet?
Bei Sophie Rois’ Medea geht es nur um Sophie Rois. Die Inszenierung lässt blasse Neben(und auch Haupt-)Rollen übrig, einen albernen Chor, eine Bühne, die nichts braucht als diese knochige, schreiende Gestalt vor sich. Das ist auch eine Entscheidung. Für den Stargast.
Und dann hallt nichts nach. Sophie Rois in Leipzig, und sie kriegen sich alle nicht mehr ein vor Freude darüber, auch ich. Wenn man aber an den Abend zurück denkt, dann fühlt man nichts mehr von Medea. Man hört nur Sophie Rois.
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